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Konzertreihe der Staatskapelle Halle

Die Harfe ist gemessen an ihrer Größe die Leisetreterin unter den Instrumenten. Ihr Klang ist unbestimmt, schmelzend und immer in Bewegung: zart-silbrig verwehend, hell-glänzend rauschend, weich plätschernd oder als wilde Kaskade daherkommend. Fürs Orchester der Romantik eine treffliche neue Klangfarbe. Aber für die Protagonistin eines Solokonzerts? Da war die Harfe nie sonderlich gefragt. Selbst im Zeitalter der Virtuosen, dem 19. Jahrhundert, interessierten sich nur wenige Komponisten für die Riesin unter den Saiteninstrumenten.

So ist das Harfenkonzert e-Moll von Carl Reinecke, das in diesem Konzert von unserer Solo-Harfenistin Ursula Heins interpretiert wird, ein wirklich kühner und bedeutender Beitrag zu dieser sonst so vernachlässigten Gattung. Er schrieb es 1884 als Leipziger Gewandhauskapellmeister. Wobei man zunächst stutzt: Mit zwei Trompeten, doppeltem Holz und vier Hörnern wird das Orchester zunächst zum klanglichen Gegner der zarten Harfenwelt. Aber das gilt ihr nur als Steilvorlage. Immer wieder gelingt es ihr, sich triumphierend über das orchestrale Schlachtgetümmel zu erheben.

Bravo!